Tipps & Tricks

Videoformate im Internet (Teil 1)

Was ist der Unterschied zwischen Codec und Container? Welche Video-Formate werden unterstützt? Muss ich Lizenzgebühren zahlen? Worauf man achten muss, wenn man Videos im Internet ganz ohne YouTube publizieren will, soll Ihnen dieser Artikel erläutern.

Bei der Publikation von Internet-Videos gibt es vieles zu beachten. Browserunterstützung, Speicherplatz, Videodateiformate, Rechenleistung, Transkodierung, Codec und Container. Alles Dinge, die YouTube praktischerweise für einen erledigt. Hochladen und fertig. YouTube kümmert sich. Gratis! Wer von YouTube explizit unabhängig sein will, muss gründlich planen.

Die Video-Übertragung

Bei der Video-Übertragung benötigt es auf der Anbieterseite und auf der Nutzerseite üblicherweise entsprechende Software. In unserem Beispiel handelt es sich auf der Anbieterseite um einen Webserver und auf der Nutzerseite um einen Desktop-PC, ein Notebook, ein Tablet oder ein Smartphone.

Eine Kategorisierung der Möglichkeiten zur Video-Übertragung im Internet ist umfangreich und würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Am einen Ende, dem Streaming, werden die Daten gleichzeitig übertragen und wiedergegeben (RTP/RTCP) und eigenen sich daher für Live-Übertragungen, am anderen Ende, dem Download, wird auf eine Anfrage (Request) eine Antwort (Response) wiedergegeben (HTTP/FTP).

Es reicht, zu wissen, dass verschiedene Mischformen existieren. Wir werden uns hier ausschließlich mit der Einbettung von Videos in Webseiten mittels HTML5 und HTTP befassen. Hierbei werden die Video-Dateien einfach im Dateisystem des Webservers abgelegt; es bedarf keiner zusätzlichen Software. Detailliertere Informationen finden Sie in der folgenden Box.

IETF (Internet-Technik-Arbeitsgruppe)

The goal of the IETF is to make the Internet work better.

Selbsterklärtes Ziel der IETF ist es, das Internet besser zu machen. In Arbeitsgruppen werden Vorschläge zu Standardisierungen für das Internet erarbeitet. Diese stellen zumeinst den De-facto-Standard dar.

HTML5 Video

Die Einführung des HTML5 <video>-Tag hat die Publikation von Onlinevideos erleichtert. Alle modernen Browser unterstützen HTML5-Videos. Die Notwendigkeit Video-Player über Browser-Plugins oder -Erweiterungen zu installieren entfällt. Sie brauchen lediglich Ihre Video-Datei als MP4 und OGG, optional als Googles WebM, zur Verfügung zu stellen.

 
<video width="640" height="360" autoplay>;
  <source src="video.mp4" type="video/mp4" />;
  <source src="video.webm" type="video/webm" />;
  <source src="video.ogv" type="video/ogg" />;
  Ihr Browser unterstützt keine HTML5-Videos
</video>;
 

Browser-Unterstützung HTML5

Browser
Internet Explorer
Chrome
Firefox
Safari
Opera
IOS
Android

Videoformate, Container und Codec

Videos beinhalten eine Menge Informationen. Eine Minute Video im Format HDVi ergibt eine Speicherplatzbedarf von ca. 180 MB. Dabei sind Video-Header, Ton oder Untertitel nicht eingerechnet. 

Um die Dateigröße eines Videos zu verringern, verringert man dessen Auflösung und Bildwiederholfrequenz. Bleibt die Ursprungsform erhalten, spricht man von Rekodierung, ändert sie sich, spricht man von Transkodierung.

Dabei wird aus dem Video ein verdichteter Datenstrom gespeichert (encode). Auf der Empfängerseite muss dieser Datenstrom dann wieder extrahiert werden (decode). Beides folgt bestimmten Regeln (Algorithmen). Packen wir nun die Algorithmen für das Komprimieren und Dekomprimieren zusammen, sprechen wir von einem Algorithmenpaar - dem Codec. 

Verlustfreie Komprimierungsverfahren eignen sich für schnelle Breitband-Internetverbindungen. Bei Verlustbehafteten Komprimierungsverfahren werden bewusst Bild- und Toninformationen entfernt, die für den Mensch nicht wahrnehmbar sind. Die so erzeugten Dateien sind deutlich kleiner und eignen sich für Internetverbindungen mit geringer Brandbreite.

Da Videos üblicherweise aus wenigstens den Bildinformationen (Video-Spur) und den Toninformationen (Audio-Spur) bestehen, aber auch Untertitel und Menüstrukturen enthalten können, kommen mehrere Codecs zur Anwendung. Zum Beispiel H.264 für die Video-Spur und MP3 für die Audio-Spur.

Ein Multiplexer übernimmt das Zusammenführen von Video-Spur, Audio-Spur, Untertitel, Codecs und sonstiger Informationen in eine Datei, dem Container. Darum beschreibt MP4 im Grunde genommen kein Dateiformat sondern ein Containerformat.

Aufbau einer Container-Datei

Beispiel: AVI

header

video

audio
Beispiel: MKV

header

subtitle

video

audio
(de)

audio
(en)

Browser-Unterstützung Container-Dateiformate

Browser
Internet Explorer
Chrome
Firefox
Safari
Opera

Im zweiten Teil gehen wir ein auf die Speicherplatzberechnung, lizenzrechtlichen Überlegungen und die für die Transkodierung benötigte Rechenleistung.