SEO-Freitag

Suchmaschinenoptimierung aus der Hölle

(Teil 4/5) Cloaking: klingt wie Kloake und erscheint uns damit zutreffender übersetzt als es „verhüllen, maskieren, tarnen” vermag. Denn Cloaking ist SEO-Dünnpfiff vom Feinsten. Findige SEO-Heinis versprechen beste Google-Platzierungen. Deren einfach Rechnung: Google genau die Inhalte zeigen, die zu gutem Ranking führen. Echten Besuchern serviert man anderes.

Der SEO-Freitag Teil 4

Düsseldorf, 6. März 2015 von Frank Ammari

Cloaking

Abgesehen davon, dass das beste SEO nichts bringt, wenn man keinen Abschluss (Conversion) erzielt, ist Cloaking für Google ohne großen technischen Aufwand nachweisbar. Sprich: mit solchen SEO-Methoden landen sie mit sehr viel Glück kurzfristig auf Googles Platz 1. Entdeckt Google bei Ihnen Cloaking-Maßnahmen, sind Sie komplett aus dem Google-Index verbannt. Bei Täuschungsversuchen kennt Google keine Gnade. Und mal ehrlich. Was hilft es Ihnen, wenn Sie Google erstklassige Oldtimer zu Schnäppchenpreisen vorgaukeln, in Wahrheit aber bestenfalls Youngtimer im Angebot haben?

Zu unserem letzten SEO-Freitag hat uns Siggi Becker auf das Parade-Beispiel mieser SEO-Maßnahmen schlechthin aufmerksam gemacht. BMW. Siggi war es, der den Stein ins Rollen brachte. Philipp Lenssen, von Siggi auf BMWs SEO-Aktivitäten angesprochen, veröffentlichte einen Beitrag auf Blogoscoped. Googles Matt Cutts reagierte und BMW flog aus dem Google Index.

Wenn man der Google Suchmaschine keyword-optimierte Texte oder Links anzeigen, diese aber vor einem „echten” Webseiten-Besucher verstecken will, kann man sich einer Vielzahl verbotener SEO-Techniken bedienen. Hier ein paar Beispiele:

Weißer Adler auf weißem Grund

Hierbei nimmt der SEO-Text die Farbe des Hintergrunds an. Weißer Text auf weißem Hintergrund ist für Webseiten-Besucher nicht zu entdecken. Suchmaschinen-Crawler ignorieren die Farbzuweisung.

<style> body {background:white;} #hide h1, #hide p {color:white;}
</style>

<div id="hide"> <h1>Keyword</h1> <p>keyword keyword keyword</p>
</div>

Versteckspielen

Hierbei wird der Text beispielsweise einfach hinter ein Bild geschoben und damit vor Webseiten-Besuchern versteckt. 

<style> #hide {position:relative;} #hide p {position:absolute; z-index:-1;}
</style>

<div id="hide"> <img src="image.jpg" width="1280" ... /> <p>keyword keyword keyword</p>
</div>

Zwergenlinks

Ein technisch leicht umzusetzender Ansatz ist die Schriftgröße auf 0 zu setzen. Damit lassen sich gleich eine Vielzahl von Keywordlinks im Fließtext verstecken.

<style> a.hide {font-size:0;}
</style>

Duis autem vel eum iriure dolor in hendrerit in vulputate velit esse <a class="hide" ...> keywords </a>
molestie consequat, vel illum dolore <a class="hide" ...> keywords </a>

SEO-Inhalte für Google zu präsentieren und gleichzeitig vor Besuchern zu verstecken, ist ohne großen Aufwand möglich. User-Agent-Cloaking, bei dem der Browser des Nutzers ermittelt wird, oder IP-Cloaking, bei der die IP-Adresse des Besuchers mit einer Crawler-IP-Liste verglichen wird, funktioniert nicht lange. Suchmaschinen-Crawler können leicht eine andere Browserkennung übermitteln oder mit einer unbekannte IP-Adresse arbeiten.

Google kann Cloaking leicht auf die Schliche kommen. Ein automatisierter, stichprobenartiger Vergleich mit einem „normalen” Browser und „frischer” IP-Adresse stellt für Google keine besondere Herausforderung dar.

Tipp: Cloaking bleiben lassen. Und bei Javascript-Weichen genau überlegen, welche Ziele Sie wirklich verfolgen.

Der SEO-Freitag” meldet sich am Freitag, den 13. März wieder. Mit dem vorerst letzten Teil.