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Google Business Photos heißt jetzt 
Google Maps Business View
heißt jetzt Street View

Düsseldorf, 4. Juni 2015

Einen vor, zwei zurück. Das Hickhack um Googles Namensgebung für virtuelle 360° Foto-Touren geht in die nächste Runde.

Bei der Vielzahl bislang genutzter Namen kann man schon mal durcheinander kommen. Wichtig ist: es muss Google draufstehen. Oder eben neu: Street View. Am Dienstag erreichte uns eine E-Mail aus Sofia; dort sitzt das Google-Team, das für virtuelle 360° Foto-Touren im deutschsprachigen Raum zuständig ist. Ab August lautet der offizielle Markenname nicht mehr Business View sondern Street View und aus Google Trusted Photographer wird Street View | Trusted.

Verkündet wurden diese und andere Neuigkeiten auf der IVRPA Konferenz in Prag. IVRPA steht übrigens für International VR (das wiederum steht für Virtual Reality) Photographer Association. Vom 1- bis 4. Juni ist Prag die selbsternannte Welthauptstadt für Virtual Reality, 360° Panorama Photography und 360° Videos. Was es alles gibt?!

Auf eben dieser Konferenz konnte man sich unter anderem über die neuesten Komplettsysteme für Business View - 'tschuldigung - Street View-Fotografie informieren. Und damit wird es spannend, für die über 200 in Deutschland zertifizierten Google Fotografen.

Allrounder oder Kompaktsystem

Google hat eine überschaubare Kombination aus Kamera und Objektiv zertifiziert. Heißt: wer als Fotograf für Google 360° Foto-Touren erstellen will, sollte die von Google vorgeschriebenen Kameras und Objektive besitzen. Das ist kein Markenfetischismus und keine Gängelei, sondern hängt vielmehr mit den fototechnischen Gegebenheiten im Zusammenspiel mit der von Google verwendeten Software zusammen.

Canon EOS 5D Canon EOS 5D

Wir haben uns zum Beispiel für eine Kombination aus Canon EOS 6D und Fischaugen-Objektiv Canon EF 8-15mm f/4L entschieden.

In der Kombination aber aus Canon EOS 5D und zusätzlichem Weitwinkel-Objektiv Canon EF 2,8/14 durchbricht man damit problemlos die 5.000,- Euro Marke.

iris360 iris360

Mit der isis360 bietet die NCTech Ltd. ein Kompaktsystem für umgerechnet zirka 2.000,- Euro an. Das alleine ist schon eine kleine Sensation.

Einziger Wermutstropfen: wer seinen Kunden neben den 360° Foto-Touren auch qualitativ hochwertige Detailaufnahmen anbieten will, kommt ohne eine zusätzliche „normale” Kamera ohnehin nicht aus. Und zumindest zur Zeit ist die Erstellung dieser sogenannten POI-Aufnahmen Pflicht.

 

Das Kompaktsystem

Neben dem Preis ist vor allem die Zeitersparnis der große Pluspunkt der der iris360. Und Zeit ist bekanntlich Geld. Denn während man beim herkömmlichen Verfahren die Kamera noch manuell in die jeweilige Himmelsrichtung ausrichten und auslösen muss, macht das die iris360 in einem Wisch.

Hinweis: Den technischen Daten ist zu entnehmen, dass die iris360 über Sensoren für GPS und Nivellierung (Wasserwaage) sowie für einen Kompass verfügt. Sollte die iris360 sich damit selbstständig ausrichten und nivellieren können, dann wäre das eine noch viel größere Zeitersparnis.

Der Vollformat-Allrounder

Wie es die Überschrift schon sagt. Vollformat! Fotografen, die ihr Geld ausschließlich mit Fotografie verdienen, lässt ein Plastikmonster wie die iris360 nur kurz zucken. Profis geht es um qualitativ hochwertige Aufnahmen. Und für die von Google vorgeschriebenen POI-Aufnahmen ist die iris360 ohnehin nicht brauchbar.

Neue Street View-App

Mitte August plant das Google Maps-Team die Photo Sphere Camera-App sowohl unter iPhones IOS als auch unter Android durch eine neue Street View-App abzulösen. Einer der wesentlichen Neuerung wird die Anbindung sogenannter sphärischer Kameras sein. Zum Launch der neuen Street View-App sind das die hier vorgestellte iris360 von NCTech sowie die Giroptic 360cam. Mit dem entsprechenden Geldbeutel kann dann auch der unbedarfte Privatanwender ansehnliche Panorama-Fotografien erstellen und veröffentlichen.

Street View | Trusted

Mit der Einführung der neuen Street View-App wird aus Google Trusted Photographer das Street View | Trusted. Nach wie vor liegt Googles Fokus auf den Fotografen, die professionelle Panorama-Aufnahmen erstellen und in Google Maps integrieren. Nur so kann eine Innenansicht in Google Maps, Google My Business und in der Google Suche erscheinen. Das bleibt dem Privatanwender verwehrt.

Google plant sich zugunsten weitaus kulanterer Richtlinien von einer Vielzahl strenger Anforderungen zu verabschieden. Die Eintragung soll leichter werden, die Voraussetzungen für Veröffentlichungen sollen einfacher werden. Darüberhinaus soll das Veröffentlichen und das Bearbeiten von 360° Foto-Touren zuverlässiger werden.

Welche Änderungen das im Detail sein werden, bleibt abzuwarten.

Fazit

Wir denken, dass sich bei der Hardware eine Mischung aus beidem durchsetzen könnte. Unterm Strich wird sich die iris360 erst als praxistauglich erweisen müssen. Bei uns werden die geometrisch anzuordnenden Panorama-Aufnahmen und die kreativ anspruchsvollen POI-Aufnahmen von zwei unterschiedlichen Fotografen erstellt. Der Einsatz zweier Lösungen würde sich also anbieten. In jedem Fall werden wir die Entwicklung alternativer Street View Hardware genau beobachten.

Bei der Software scheint Google sich mehr Zuspruch begeisterter Hobby-Fotografen zu erhoffen. Und vermutlich wird auf Google+  die eine und auch andere Panorama-Tour mehr zu finden sein. Die Integration virtueller 360° Foto-Touren in Google Maps, die gleichzeitig auch die Intergration in Google My Business / Google Local sowie in die Google Suche mit sich bringt, bleibt den zertifizierten Google Fotografen vorbehalten. Vorerst.